Home
Über mich
Dormagen-News Archiv
Auto + Verkehr
Impressum/AGB


Hans-Joachim Woitzik vom Zentrum kritisierte den Haushaltsentwurf 2018 in seiner Rede massiv. © Foto: Friedhelm Holleczek


Schmutz im Trinkwasser?

Dormagen, 1. Juli 2016 – Und wieder hat die Ge­schäfts­füh­rung der Kreiswerke Gre­ven­broich GmbH sich nicht ge­traut, unerwünschte, kritische Fragen von Journalisten zu be­ant­wor­ten. Zum wie­der­hol­ten Male fiel eine ent­spre­chen­de Bilanz-Pres­se­kon­fe­renz aus. Sonst nutzt man doch jede Gelegenheit, sein strahlendes Gesicht in eine Kamera zu halten, und sei das Ereignis noch so unwichtig.
Der Geschäftsführer Stefan Stelten (Jahresgehalt 2015 gemäß Geschäftsbericht: 153.870,33 Euro ein­schließlich Sachleistungen z.B. Dienstwagen) er­laubte sich sogar in anderem Zusammenhang, einen Ein­zel­nen aus dem Berufsstand als „Schmierfinken“ zu be­zeich­nen. Stattdessen legten die Kreiswerke Gre­ven­broich eine zwar umfangreiche, aber nur die Sicht­wei­se von Geschäftsführung und Aufsichtsrat be­schö­ni­gende Darstellung des Geschäftsverlaufs 2015 in schriftlicher Form vor. Das entspricht wohl dem ei­gen­en Selbstverständnis des Mo­no­pol­an­bie­ters für Trinkwasser für etwa die Hälfte der Be­woh­ner des Rhein-Kreises Neuss, dem auch keiner der 26.998 Dor­ma­gener „Anschlusspflichtigen“ entgehen kann.
Immerhin, so viel kann man im Geschäftsbericht nach­le­sen: „Besonders stolz sind wir darauf, dass wir seit 2004 und damit nun bereits seit 12 Jahren un­se­ren Wasserpreis nicht verändert haben. Diese Sta­bi­li­tät ist ein Kennzeichen unseres Unternehmens und nicht selbstverständlich. Aufsichtsrat, Ge­schäfts­füh­rung und die engagierten Mitarbeiter der Kreiswerke Grevenbroich GmbH stehen für diese erfolgreiche Ar­beit im Interesse unserer Kunden in den ver­gan­gen­en Jahren. Eine solche besondere Preispolitik hat auch in der Zukunft Bestand.“ Die letzte Aussage ist ja wohl ein Versprechen, dass die Preise auch in naher Zu­kunft nicht steigen werden. Ob das auch für Dor­ma­gen gilt, ist offen, denn ab dem 1. Januar 2017 über­nimmt die evd (Energieversorgung Dormagen GmbH) hier die Trinkwasserversorgung.
Nicht gestellt werden konnte zum Beispiel die Frage, ob die Beteiligung der Kreiswerke Grevenbroich an der IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Was­ser­for­schung gemeinnützige GmbH, die gleichzeitig mit dem Gesundheitsamt der Rhein-Kreises Neuss die Wasserqualität überprüft, nicht zu In­ter­es­sen­konflik­ten führen kann. Die Kreiswerke Grevenbroich GmbH gehört der Verwaltungsgesellschaft des Rhein-Krei­ses Neuss, die eine 100-Prozent-Tochter des Rhein-Krei­ses Neuss ist, zu dem ebenfalls das Ge­sund­heits­amt gehört. Wer kennt nicht den Spruch: „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“ Woanders nennt man das Vetternwirtschaft.
Auch nicht gefragt werden konnte, was man mit der um 1,7 Millionen Euro auf jetzt 21,3 Millionen Euro erhöhten Rücklage (Eigenkapitalquote 71 Prozent) ge­plant ist. Seit Jahren verweigert man Antworten, denn: „Neben den allgemeinen Risiken in der Was­ser­ver­sor­gung (z.B. Wasserverunreinigungen, Rohr­brü­che) bestehen keine nennenswerten un­ter­neh­mens­spe­zi­fi­sche Risiken“, steht im Geschäftsbericht.
Interessant wäre auch die Frage, warum Ge­schäfts­führer Stelten im Jahr 2015 eine (kleine) Ge­halts­er­hö­hung (im Jahr 2014 waren es satte 8,5 Prozent) be­kom­men hat, das Gehalt des weiteren Ge­schäfts­füh­rers Ingolf Graul, der gleichzeitig Kämmerer des Rhein-Kreises Neuss ist, mit 4.696,80 Euro im Jahr unverändert geblieben ist. Hat diese Regelung Leis­tungs­be­zug?
Die Kreiswerke Grevenbroich haben im Jahr 2015 Mit­ar­bei­terdarlehen in Höhe von 68.000 Euro (Vor­jahr 64.000 Euro) ausgegeben. Wie hoch ist der Zinssatz? Sind die Darlehnsnehmer in Lei­tungs­funk­tionen?
Die Beteiligung der Öffentlichen Hand an pri­vat­wirt­schaft­lich organisierten Unternehmen mag sinnvoll sein. Oft wird sie missbraucht, um Schat­ten­haus­hal­te zu verschleiern, um „verdiente“ Mitarbeiter oder Freun­de (Geschäftsführer Stelten war früher So­zial­de­zer­nent im Rhein-Kreis Neuss) zu versorgen oder abzuschieben und um sich hinter dem gesetzlichen Schutz einer GmbH um Auskunftspflichten he­rum­zu­drücken.
Wie wir wissen, sind lange nicht alle GmbH-­Ge­schäfts­führer „Gutmenschen“. Deshalb sollte ihnen im Detail auf die Finger geschaut werden. Skandale gibt es zu Hauf. „Schmierfinken“ können halt ziemlich unangenehm sein und den „guten Ruf“ be­schmut­zen.



Abschied von Kai Uffelmann

Dormagen, 29. Mai 2015 – Die Goldene Mün­ze der Stadt Dormagen gab’s zum Abschied für den ausscheidenden Ersten Bei­ge­ord­ne­ten Kai Uf­felmann (Foto). Ab dem kom­men­den Montag sitzt er auf sei­nem neuen Sessel als Kreisrat in Winsen an der Luhe (bei Ham­burg).



Die Belle Étage in dritten Stockwerk des Rathauses war nicht wiederzuerkennen. Wo sonst büro­kra­ti­sche, nüchterne und geschäftige Sachlichkeit herrscht, war ein meterlanges Buffet mit Fingerfood und einer leckeren heißen Suppe aufgebaut. Kölsch, Sekt und Antialkoholisches wurde gereicht. Im ehe­ma­ligen Ratssaal sammelte sich die Crème de la Crème aus Dormagen und Umgebung dicht an dicht. Die Na­mensliste der Prominenten würde hier den Rah­men sprengen. Alle waren gekommen, um sich persönlich zu verabschieden von einem gebürtigen Frankfurter mit mün­sterländer Ambitionen, der sich nach einer vier­jäh­rigen Zwischenstation in Dor­ma­gen anschickt, den hohen Norden zu erobern.
Dort will er künftig Wurzeln schlagen, seine Karriere fortführen. Die Weichen für ein Eigenheim für sich und seine Familie sind schon gestellt, in gut er­reich­barer Fahr­rad­nähe (trotz Dienstwagen) zur Kreis­ver­waltung, seinem neu­en Dienstsitz. Das war ein Ab­schied mit vielen la­chen­den Augen, zwischendurch auch mal einem ern­sten, fast traurigen Ge­sichts­aus­druck des zu Ver­ab­schiedeten und einer launigen, freundschaftlich ge­präg­ten Rede von Bürgermeister Erik Lie­ren­feld, der ihm neben der wertvollen Ge­denk­mün­ze als Andenken an sein Schaffen in Dor­ma­gen einem Südwester (wasserdichte Kopfbedeckung für See­fah­rer, wird meist aus Öltuch hergestellt) gegen er­wart­bare stürmische Zeiten nahe der Meere und an der Elbe überreichte.

Das Personalkarussell
im Rathaus dreht sich

Dormagen, 9. April 2015 – Bürgermeister Erik Lierenfeld muss handeln. Der Weggang des Ers­ten Beigeordneten und Kämmerers Kai Uf­felmann per 31. Mai zum Landkreis Har­burg (bei Hamburg) löst in der Stadt­ver­waltung eine gan­ze Rei­he von Veränderungen aus. Erik Lie­ren­feld will entgegen früherer SPD­-Meinung die Chance nutzen, die Ver­wal­tungs­spitze auf nur noch drei Personen zu ver­kleinern – Bür­ger­meister und zwei Bei­ge­ordnete als Wahl­be­amte. Damit fielen län­ger­fristig die von Bür­ger­meister Peter-Olaf Hoff­mann als „Not­lö­sung“ eingeführten De­zer­nen­ten­stellen weg – eine Einsparung von rund 120.000 Euro an Personalkosten im Jahr und gleichzeitig Weg­fall einer Hierarchieebene.
Da es bis zur Wahl eines Nachfolgers von Kai Uf­fel­mann durchaus Jahresende sein könnte, muss der Ge­schäftsverteilungsplan geändert werden, damit der „Laden“ weiterlaufen kann. Erste Nutznießerin ist die jetzige Dezernentin Tanja Gaspers. Sie über­nimmt ab 1. Juni die Kämmerei als Dezernentin und wird damit verantwortlich für den kommenden Haus­haltsplan. Vorgesehen ist, sie später auch zur Bei­ge­ord­neten und Kämmerin aufzuwerten. Ab­wan­de­rungs­gelüste habe sie, so der Bürgermeister, dann wohl nicht mehr. Denn ihr Karriereziel, Wahlbeamtin zu werden, sei ja erst einmal erfüllt.
Auch Dezernent Gerd Trzeszkowski wird al­ters­be­dingt spätestens am 30. April 2017 ausscheiden. Das sei jetzt schon abzusehen. Bis dahin soll er ab 1. Juni zum weiteren allgemeinen Vertreter des Bür­ger­meis­ters ernannt werden, um mindestens drei hand­lungs­fähige Personen in der Verwaltungsspitze zu haben.
Die Lücke in der obersten Verwaltungsebene soll ein neuer Erster Beigeordneter auffüllen. Der Rat soll in seiner Sitzung am 21. April die Aus­schrei­bungs­un­terlagen beschließen. Gesucht wird idealerweise ein Volljurist, der nach den jetzigen Plänen die Be­rei­che Sicherheit und Ordnung, Feuerwehr und Ret­tungs­dienst, Bildung und Kultur, Jugend, Soziales, Woh­nen und Schule und die Aufsicht über den Dor­magener Sozialdienst übernehmen und als all­ge­meiner Ver­tre­ter des Bürgermeisters fungieren soll.
Ausdrücklich erwünscht seien auch Bewerbungen von Frauen. Es bestünde also die theoretische Chan­ce, dass die künftige Verwaltungsspitze zu zwei Dritteln mit Frauen besetzt ist. Damit wäre die von oben verordnete Frauenquote deutlich übererfüllt. Für Erik Lierenfeld als dann möglicher „Hahn im Korb“ viel­leicht eine verlockende Vorstellung.
Dem Vernehmen nach ist allerdings parteiintern schon alles klar: In Köln steht wohl schon ein Wunsch­kandidat der SPD in den Startlöchern. Ent­scheiden über die Besetzung der Stelle wird al­ler­dings der Rat. Die Vorauswahl trifft eine Fin­dungs­kom­mission aus Vertretern aller Ratsparteien.
Die Stellenausschreibung soll kostengünstig gestaltet werden. Eine Unternehmensberatung (mit Kosten von rund 50.000 Euro) soll nicht eingeschaltet wer­den. Einzig Anzeigen in der FAZ und in einschlägigen Internetportalen und auf der Homepage der Stadt Dormagen sollen die Kosten auf rund 9.000 Euro be­grenzen.

Lierenfeld BM-Kandidat der SPD

Dormagen, 18. Januar 2014 – Nun hat sich auch die SPD entschieden. Ratsherr Erik Lie­renfeld soll demnächst von der Mit­glie­der­ver­sammlung zum Bürgermeisterkandidaten der Sozialdemokraten in Dormagen nominiert werden, teilte die SPD gestern mit.
Der Politik-Youngster Lierenfeld (27 Jahre alt) be­kleidet derzeit nebenbei hier das Amt eines stell­ver­tretenden (ehrenamtlichen) Bürgermeisters und ist gleichzeitig Stadtverbandsvorsitzender seiner Partei. Er tritt gegen den starken CDU-Kandidaten und jet­zi­gen hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Dor­ma­gen, Peter-Olaf Hoffmann und den Zentrums-Kan­di­da­ten Hans-Joachim Woitzik am 25. Mai zur Wahl um den Posten des zukünftigen Ver­wal­tungs­chefs im Rathaus an.

Förderverein spendet Musikinstrumente

Dormagen, 12. Mai 2013 - Auch in diesem Jahr schenkt der Förderverein der städ­ti­schen Musikschule Musikinstrumente im Wert von fast 3.700 Euro. Das teilte der Vor­sit­zende des Fördervereins der Musikschule, Wolfgang Horst, in der letzten Vorstands­sit­zung mit. Und das solle auch in den kom­menden Jahren so bleiben.
So kann sich Bärbel Hölzing, Leiterin der Musik­schule, darüber freuen, dass auf ihren Vor­schlag hin der Förderverein Instrumente im Wert von 1.800 Euro für das laufende Jahr bewilligt hat.
Mit einem Zuschuß wird man auch die seit 50 Jahren bestehende Städtepartnerschaft Dormagen - St. An­dré unterstützen. Es sei ein Auftritt des Mu­sik­schul­orchesters mit etwa 40 Jugendlichen in der Part­ner­stadt fest eingeplant.
Positiv wurde die Teilnahme am „Kulturrucksack“ der beiden Städte Dormagen und Monheim begrüßt. Hier bereichert die Mu­sik­schule mit zahlreichen Dar­bie­tungen das Kul­tur­pro­gramm beider Städte.
Am 7. Juli steht das traditionelle Musikschulfest an der Langemarckstraße auf dem Programm. Erst­ma­lig wird eine Hüpfburg neben anderen Attraktivitäten das Rahmenprogramm erweitern, konnte Kristin Schulz, stellvertretende Vorsitzende, stolz ver­mel­den. Er­war­tet werden auch wieder zahlreiche Auf­tritte von En­sem­bles und Gruppen der Musik­schule Dormagen. Es wird eine Leistungsschau der Musiker der städtischen Kultureinrichtung werden. Alle Bür­gerinnen und Bür­ger sind herzlich eingeladen.

Dipl. Ing. Klemens Diekmann
wird neuer evd-Geschäftsführer

Dormagen, 13. Januar 2013 – Der zukünftige Chef in der evd (Energieversorgung Dor­ma­gen GmbH) hat jetzt auch ein Gesicht: Der Aufsichtsrat des örtlichen Energie- und Was­serversorgers hat sich in seiner Sitzung kurz vor Weihnachten für Dipl. Ing. Klemens Diekmann (49, Foto rechts) entschieden.
Der Vertrag sei bereits unterschrieben, verkündete Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann heute beim Neujahrsempfang der Stadt im Leibniz-Gynasium vor mehreren hundert geladenen Gästen.
Klemens Diekmann war seit 2009 Geschäftsführer bei den Stadtwerken in Haltern am See (nördliches Ruhrgebiet). Er löst den nach 28 Jahren auf eigenen Wunsch vor dem eigentlichen Vertragsende aus dem Amt scheidenden jetzigen Geschäftsführer Rudolf Esser spätestens zum 30. Juni des Jahres ab. Wann Klemens Diekmann genau nach Dormagen kommt, entscheidet sein bisheriger Brötchengeber mit der entsprechenden Freigabe. Diekmann möch­te auf jeden Fall vorher die Gelegenheit nutzen, sich hier einzuarbeiten. Da die Stadt Dormagen die Mehrheit (51 Prozent) an dem örtlichen Versorger hält, freut sich (nicht nur) Kämmerer Kai Uffelmann (Foto links) auf frischen Wind in der städtischen Toch­ter­ge­sell­schaft.

BI BAD sammelt 6.631 Unterschriften

Dormagen, 18. Oktober 2012 – Die BI BAD hat heute vier Aktenordner mit insgesamt 6.631 Unterschriften zu ihrem Bür­ger­begehren an Bürgermeister Peter-Olaf Hoff­mann über­ge­ben. Nun muss der Stadtrat am 6. November über das Anliegen von Elke Zaum, Kerstin Born (Foto v.l.) und ihren Mitstreitern aus Nievenheim entscheiden, ob das dortige Hallenbad erhalten bleibt und in einen ak­zeptablen Zustand versetzt werden soll.
Lehnt der Rat das Bürgerbegehren in seiner näch­sten Sitzung am 6. November ab – wie schon am 1. Oktober den Antrag zur Römer Therme – findet ein Bürgerentscheid innerhalb einer Drei-Monats-Frist bis spätestens 6. Februar 2013 in Dormagen statt. Das wäre dann der zweite in der Stadt­ge­schichte. Kerstin Born: „Wir wollten keinen Bür­gerentscheid in der Weihnachtszeit. Deshalb ge­ben wir die Unterschriften auch erst heute ab.“
„Die Verwaltung wird die Unterschriften bis zur Rats­sitzung geprüft haben. Dann entscheiden die Politiker, wie es weitergeht.“ erläutert Bür­ger­meister Peter-Olaf Hoffmann die kommenden Schrit­te.
Die BI BAD hatte bereits in den ersten Tagen ihrer Aktion in Nievenheim und der näheren Umgebung mehr als 3.000 Unterschriften gesammelt. „Da aber ganz Dormagen entscheiden sollte, haben wir da­nach auch alle anderen Stadtteile besucht und bei der Bürgern nachgefragt.“ verrät Kerstin Born über das Zustandekommen der Listen. Allein rund um das Einkaufszentrum an der Mathias-Giesen-Straße sind an nur zwei Aktionstagen der Bürgerinitiative mehr als 1.500 Unterschriften von Befürwortern zusammen gekommen. Im Gegensatz zum Bür­ger­antrag zur Römer Therme steht kein mit­glieder- und fi­nanz­star­ker Verein mit wirt­schaft­lichen Interessen hinter den Aktivisten aus Nie­venheim. Alle Aktionen der BI BAD werden aus Privatschatullen bezahlt. Dabei wurden sie sogar von Bürgern aus dem Neusser Süden personell unterstützt.



Vandalen beschädigten mindestens neun Pkw

Dormagen 31. März 2013 - In der Nacht zum Oster­sonntag wüteten Vandalen in Nie­ven­heim. Sie beschädigten mutwillig zahl­rei­che Pkw. Die Spur der Schäden zieht sich von der Straße „Am Norfbach“ über die Straße „Auf der Hardt“ bis zur Koniferen- und zur Pla­ta­nen­straße.
Mutwillig wurden Spiegel abgetreten und andere Schäden verursacht. In vielen Fällen deutet die Spu­renlage darauf hin, dass die Täter über die Fahrzeuge gelaufen sind und dadurch erhebliche Schäden ver­ur­sacht haben. Bisher wurden der Po­li­zei neun Fälle bekannt.
Ersten Ermittlungen zufolge dürfte es sich bei den Tätern um drei Jugendliche handeln, die in der Nacht gegen 03:30 Uhr im Bereich „Am Norfbach“ und „An der Birk“ beobachtet wurden. Wer Hinweise zu den Tätern geben kann, sollte sich mit der Polizei im Rhein-Kreis-Neuss, Telefon 02131 3000 in Ver­bindung setzen.

Falscher Wasserwerker unterwegs

Dormagen, 23. Juli 2012 - Ein unbekannter Mann klingelte vergangenen Samstag vor­mit­tags an der Wohnungstür einer Seniorin auf der Langemarkstraße und gab sich als Mit­ar­beiter der „Wasserwerke NRW“ aus. Er zückte kurz einen Ausweis, vermittelte einen se­ri­ösen Eindruck und verschaffte sich so Zugang zur Wohnung der älteren Frau.
In einem unbeobachteten Moment durchsuchte der Unbekannte das Schlafzimmer nach Wertsachen und ließ eine Schmuckschatulle mitgehen. Nachdem er das Haus verlassen hatte, wurde die Seniorin misstrauisch und stellte fest, dass sie einem drei­sten Trickdieb aufgesessen war. Die eingeleitete Fahndung der Polizei blieb bislang erfolglos. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Der Täter wird wie folgt beschrieben: Circa 40 Jahre alt, schlanke Figur, bekleidet mit Jeans, T-Shirt, schwarz-weißen Turnschuhen und Base­ball­cap. Er sprach hochdeutsch und hatte ein gepflegtes Er­scheinungsbild.
Hinweise zur verdächtigen Person oder möglichen anderen Opfern des Trickdiebes unter der Te­le­fon­nummer 02131 3000 an die Polizei.


Der Rat hat heute den Städtischen Haushalt für das Jahr 2018 verabschiedet

Nur einer

meckerte massiv

Dormagen, 7. Dezember 2017 – Das Ergebnis war vor­her­sehbar. Mit nur zwei Gegenstimmen der Zentrums-Frak­tion wurde der Haushalt 2018 in der heutigen Sit­zung des Stadt­ra­tes mit Mehrheit verabschiedet. Er schließt mit einem Über­schuss von rund 589.000 Euro. Noch im Sep­tem­ber hatte Kämmerin Tanja Gaspers von ei­nem Minus von etwa 2,4 Millionen Euro ge­spro­chen. Nicht ein­ge­plan­te Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men und an­de­re Ein­nah­men brachten dann aber die Wen­de.

Noch im Hauptausschuss in der vergangenen Woche hatten sich FDP und Grüne bei der Gesamtabstimmung enthalten, das Zen­trum stimmte schon damals dagegen.

Doch ganz so einmütig, wie das reine Zahlenergebnis vor­gau­kelt, ist die Überzeugung bei den einzelnen Fraktionen nun doch nicht. Kritik kam hauptsächlich vom Frak­tions­vor­sit­zen­den des Zen­trums, Hans-Joachim Woitzik: „Dieser Haushalt für 2018 ist ge­nau­so ohne Strategie und Ideen wie der Haus­halt für 2017.“ Und: „Wo sind die Vorschläge für Aus­ga­ben­re­du­zie­run­gen und die um­fang­rei­chen Maßnahmenpakete zur Haus­halts­kon­so­li­die­rung?“ Wei­ter: „ … weist bei den Per­so­nal­auf­wen­dun­gen eine wei­te­re Steigerung von drei Millionen Euro aus. Dies ist eine Steigerung von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bedeutet erneut eine Zunahme nie ge­se­hen­en Ausmaßes.“

Auch von „Bu­chungs­tricks“ sprach er, weil die Kreisumlage mit 1,1 Millionen Euro ge­rin­ger angenommen wurde, „wo­durch über­haupt erst kurz vor den Haushaltsberatungen der Haus­halts­aus­gleich gelang.“ Auch der Eigenbetrieb bekam sein „Fett“ weg: „Hier wer­den seit Jahren Bau­pro­jek­te in Höhe von mehreren Millionen Euro nicht ab­ge­ar­bei­tet, meistens kommt es zu erheblichen zeit­li­chen Verzögerungen bei klei­nen, aber auch bei größeren Maß­nah­men und vor allem zu deutlichen Kostenüberschreitungen.“ Die zum Jahresbeginn ge­grün­de­te Stadtmarketing- und Wirt­schafts­för­de­rungs­ge­sell­schaft Dor­ma­gen mbH (SWD) mit einem Defizit von rund 800.000 Euro mache ihm große Sorgen. „Sinn und Zweck der Ausgliederung der Wirt­schafts­för­de­rung war eine effektivere und wirt­schaft­li­cher operierende Wirt­schafts­för­de­rung und nicht eine mit deutlich höheren Kosten arbeitende weitere städtische Ge­sell­schaft.“ Ob das alles an der Nähe des Zentrums zur IG Nievenheim liegt und am Streit um das dor­ti­ge Schwimmbad?

Deutlich moderater waren da die Fraktionsvorsitzenden von CDU, Kai Weber, und SPD, Bernhard Schmitt, in ihren Vor­trä­gen. Kein Wunder. Ihre GroKo hat im Rat eine satte Mehrheit und bestimmt mit Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) Weg und Ziel. Kai Webers einziger wirklicher Kritikpunkt: „Unser Haushalt ist strukturell nicht ausgeglichen. Grund­stücks­ver­kaufs­er­lö­se sind auf Dauer kei­ne verlässliche Lösung.“, weil die Einnahmen aus dem „nor­ma­len Geschäftsbetrieb“ nicht aus­rei­chen, laufende Aufwendungen zu decken. Trotzdem sei das Ziel erreicht, die Finanzhoheit gegenüber dem Rhein-Kreis Neuss zu wahren und die Bürger ohne Steuererhöhungen durch das neue Jahr zu bringen.

Bernhard Schmitt lobte viele wichtige und wegweisende In­ves­ti­tio­nen in die Infrastruktur, die das städtische Vermögen durch intensive Instandsetzungsmaßnahmen erhalte. Die Ur­sa­che für die deutlich erhöhten Personalausgaben schreibe er der falschen Prognose des Landes zu, die einen Be­völ­ke­rungs­rück­gang vor­her­ge­sagt hatte, in Wirklichkeit aber zu 1.200 Einwohnern mehr in Dormagen führte. Das bedinge unter an­de­rem, dass mehr Kin­der­gär­ten mit mehr Personal vor­ge­hal­ten werden müsse. Auch die Feuerwehr brauche wegen des neuen Brandschutzbedarfsplanes mehr Personal und schnel­le­re Mannschaftstransportwagen, um schneller und effektiver vor Ort sein zu können.

Karlheinz Meyer (FDP) ist da schon wieder kritischer: „Die starke Konjunktur und die hohen Steuereinnahmen täuschen über ei­ni­ge Schwachstellen hinweg. Auf der Ausgabenseite wur­de das mög­li­che Einsparpotenzial bei weitem nicht aus­ge­nutzt. Als desaströs teuer müsse man einige Projekte des letzten Jahres bezeichnen.“ Die Ursache liege aus Sicht der FDP eindeutig in glück­lo­sen Entscheidungen des Ma­na­ge­ments einschließlich der Bei­ge­ord­ne­ten. Fehlplanungen, fal­sche Kos­ten­schät­zun­gen, Ver­zö­ge­run­gen mit erheblichen Ver­teu­er­un­gen, das alles koste den Bür­gern mal eben hun­dert­tau­sen­de Euro mehr. Beispiele hierfür seien: Ge­samt­schu­le, Flücht­lings­un­ter­künfte, Nikolausschule… Sein Rat: „Wir müssen Dor­ma­gen so finanzstark machen, dass ein aus­ge­gli­che­ner Haushalt ohne Sondereffekte wie z.B. hohe Grund­stücks­er­löse erreicht werden kann.“ Wichtig ist der FDP, dass es keine zusätzlichen Belastungen für die Bürger gibt. „Ge­büh­ren­erhöhungen bei Stadtbibliothek, Musikschule oder VHS hätten wir in diesem Haushalt nicht zugestimmt.“ Das alles gibt es nicht. Und des­halb tragen auch die Freien Demokraten den Haushalt der Stadt Dormagen 2018 mit.

Der Rat lehnt das Bürgerbegehren zum Erhalt des Nievenheimer Hallenbades ab:

„Was Populismus anrichten kann“


Dormagen, 17. Oktober 2017 – Sie ahnten wohl, was kommt. Natscha Held, Bianca Lins und Reiner Blödgen (Foto oben) von der IG Nievenheim unternahmen heu­te in der Ratssitzung den letzten Versuch, Rat und Ver­waltung noch einmal um­zu­stim­men. Vergebens. Das (in­zwi­schen stillgelegte) Hallenbad in Nievenheim wird nicht weiterbetrieben. Das hat der Rat nun mit Mehr­heit gegen das Bürgerbegehren beschlossen.

Gegen die Stimmen vom Zentrum und FDB/Ein Herz für Dor­ma­gen. Zentrums-Chef Gerhard Woitzig schimpfte dann auch gleich vehement darauf los: „Rechtsbeugung“, „Ge­fäl­lig­keits­gut­ach­ten“, „Bürger werden nicht erst genommen“, „Dis­kus­sio­nen sind un­er­wünscht“, „Beschämend“, „rechtswidrig“. Das waren nur einige Formulierungen aus seinem emotional auf­ge­la­den­en Re­de­bei­trag. Als SPD-Ratsmitglied Martin Voigt zu­sam­men­fass­te: „Daran sieht man, was Populismus an­rich­ten kann.“ platzte dem Zen­trum der Kragen. Man verließ un­ter Pro­test wutschnaubend den Ratssaal.

Ganz anders Bürgermeister Erik Lierenfeld: „Ich habe der Bür­ger­initiative gegenüber immer wieder betont, dass ich großes Ver­ständ­nis für alle Nievenheimer habe, die der Verlust ihres Hal­len­ba­des schmerzt. Eine solche Einrichtung ist immer mit vielen schönen Erlebnissen und Erinnerungen verbunden. Das Hal­len­bad hat mehr als vierzig Jahre lang einen guten sport­li­chen Zweck erfüllt und ich kann sehr gut nach­voll­zie­hen, dass die Nie­ven­hei­mer und Delrather weiter diese Ein­rich­tung vor ihrer Haustür haben möchten.“ Entscheidend sei am Ende aber, dass die Stadt basierend auf einem ersten Bür­ger­ent­scheid rund 10 Millionen Euro in das Stadtbad an der Robert-Koch-Straße investiert habe. Die Stadt müsste auf diesen Be­trag noch einmal gute 5,1 Mil­li­onen Euro drauf­packen – plus der jährlichen Betriebskosten in Höhe von rund 850.000 Euro für ein zweites Hallenbad in Nie­ven­heim. „Das würde die da­ma­li­ge Entscheidung mit allen fi­nan­ziel­len Über­le­gun­gen, die damit verbunden waren, letztlich ad ab­sur­dum führen.“

Pech für die IG Nievenheim. Denn nach Auffassung der Ver­wal­tung und eines Rechtsgutachtens seien sämtliche Fristen für ein Bürgerbegehren nach der Gemeindeordnung ab­ge­lau­fen. Die IG Nievenheim argumentierte naturgemäß anders und hat einen Rechtsvertreter gefunden, der diese Meinung stützt. Eine Bin­sen­weis­heit sagt: Eine Rechtsposition – zwei Meinungen. Zwar von der IG Nievenheim angekündigt, aber noch nicht konkret, bleibt der Gang zum Verwaltungsgericht. Bis zu einer Entscheidung dort dürfte das alte Hallenbad in Nievenheim aber Geschichte sein.

Da half auch ein Bürgerantrag nicht weiter, der vorsah, das alte Hal­len­bad einer von der IG Nievenheim zu gründenden pri­vat­recht­li­chen Gesellschaft mittels Erbbaurecht auf die Dauer von XX Jahren zu einem Pachtpreis von jährlich sym­bo­lisch einem Euro zu überlassen. Für die notwendigen Kredite zur Instandsetzung solle die Stadt bürgen. Bürgermeister Erik Lierenfeld dazu: „Bei dieser Bürgschaft können Sie zu 100 Pro­zent davon ausgehen, dass sie sehr schnell zum Zuge käme.“ Dann könne die SVGD das Bad auch gleich selber wei­ter­füh­ren. Das sei eine folgenreiche Fehl­ent­scheidung. Auch des­halb wurde der Bürgerantrag mehr­heit­lich abgelehnt.

Bürger sind in einer öffentlichen Ratssitzung gerne gesehen. Sie dürfen sogar zu Beginn in einer Einwohnerfragestunde Fra­gen stellen, die auch von der Verwaltung beantwortet werden. Au­ßer­halb dieser Zeit sind Äußerungen jeder Art, auch Beifall oder Zwi­schen­ru­fe, nicht gestattet, damit Rats­mit­glie­der nicht beeinflusst werden. Mitglieder und Sym­pa­thi­san­ten der IG Nievenheim hiel­ten sich nicht daran. Sie wurden vom Bür­ger­meis­ter des Saales verwiesen.

Wird die Sanierung des Dormagener Rheindeichs zum Fass ohne Boden?

„Das Ding kann auch 150 Millionen kosten!“


Dormagen, 29. September 2017 – Bisher war immer „nur“ von rund 60 Millionen Euro die Rede, die die Sa­nie­rung der Hoch­was­ser­schutz­an­lagen im Abschnitt Dor­ma­gen / Zons kosten sollte. Seit gestern Abend ist die Katze aus dem Sack. Deich­gräf Joachim Fischer leg­te dem Erbentag („Par­la­ment“ des Deich­ver­bandes) ganz frische Zahlen vor: 112 Millionen Euro wird die Ertüchtigung des Hoch­was­ser­schutzes auf den ak­tu­el­len Sicherheitsstandard kos­ten. Zu Preisen von heute. Nicht eingerechnet sind die als sicher anzusehenden Preis­stei­ge­run­gen bis zum Baubeginn, den die Fach­leu­te allerdings erst in mehr als fünf Jahren sehen.

Für die Mitglieder des Deichverbandes bedeutet das, sie müs­sen mindestens 22 Millionen Euro selbst über Kredite fi­nan­zie­ren. Wel­che Mehrkosten dadurch auf die Zwangs­mit­glie­der zu­kom­men, konnte Deichgräf Jo­achim Fischer nicht sagen, denn auch er kann Preissteigerungsraten und künf­ti­ge Kre­dit­zin­sen nicht vor­her­sehen. Das Land zahlt in der Regel einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent der notwendigen Sa­nie­rungs­kos­ten. Ob das hier in allen neun vorgesehenen Bau­ab­schnit­ten der Fall sein wird, ist fraglich, denn der Erbentag hat in einigen Bereichen relativ kost­spie­li­ge Sonderlösungen vor­ge­se­hen.

Der jetzt ermittelte dreistellige Millionenbetrag teilt sich auf in Baukosten in Höhe von rund 78 Millione Euro (zuzüglich Mehr­wert­steuer), geschätzten Grunderwerbskosten für etwa 70.000 Qua­drat­meter Ausgleichsflächen in Höhe von rund zwei Mil­li­o­nen Euro und 14,1 Millionen Euro für Planungs-, Gut­ach­ten- und Bau­über­wa­chungs- und sonstigen Ne­ben­kos­ten (ebenfalls plus Mehr­wert­steuer). Die Mehr­wert­steuer kann der Deich­ver­band nicht als Vorsteuer geltend machen und mit Mehr­wert­steu­er­ein­nah­men verrechnen.

Nicht nur für Erbentagsmitglied Max-Josef Kallen sind die Zah­len „niederschmetternd“. Er ist schockiert: „Das Ding kann auch nach­her 150 Millionen kosten!“ Wer soll das bezahlen? Dabei gebe es auch nach Fertigstellung der Bauten keine ab­so­lu­te Sicherheit für Dormagen. Die Schutzanlagen in Köln und Neuss sind nicht so hoch, wie sie in Dormagen nach neuestem Stand der Vorschriften geplant werden mussten. Dann könnte das Wasser „von hinten“ („Hinterläufigkeit“) in die Stadt fließen – und alles wäre für die Katz’.

Ungeklärt ist dabei die Frage, in welchen Dimensionen die „Hin­ter­läu­fig­keit“ Einfluss auf die zu schützenden Flächen und damit auf vermeintlich „gerechte“ Verbands- und Pol­der­gren­zen des Deich­ver­ban­des ha­be. Immer wieder weisen ver­schie­de­ne Mitglieder des Er­ben­ta­ges darauf hin, dass das Ver­bands­ge­biet auf das gan­ze Stadt­gebiet (wie in Köln und Neuss) ausgedehnt werden müs­se, vor allem um Ge­büh­ren­ge­rech­tig­keit herzustellen. Das der­zei­ti­ge Ver­bands­ge­biet um­fasst etwa 3.000 Grundstücke, entlang des Rheins über­wie­gend in Rhein­feld, Zons, Stürzelberg und St. Peter. Die Ei­gen­tü­mer dieser Flächen bekommen vom Deich­ver­band jährlich Ge­büh­ren­be­schei­de. Die Einwohner des übrigen Stadt­ge­bie­tes bleiben unbelastet, haben aber nach Meinung ei­ni­ger Er­ben­tags­mit­glie­der mittelbaren Nutzen von den Hoch­was­ser-Schutz­ein­rich­tun­gen des Deichverbandes Dormagen / Zons.

Um diese Frage mit sicheren Zahlen zu hinterlegen, soll Prof. Dr.- Ing. Holger Schüttrumpf vom Institut für Wasserbau und Was­ser­wirt­schaft an der RWTH Aachen in einem Gutachten den Nutzen für alle Dormagener klären. Er wurde einstimmig vom Erbentag mit der Begutachtung beauftragt. Der Deich­ver­band übernimmt die Kosten mit 56.000 Euro.

Bis das alles geklärt ist, wird der Antrag auf Genehmigung der Bau- und Sanierungsmaßnahmen bei der Bezirksregierung in Düs­sel­dorf nicht gestellt. Der bisherige Zeitplan, den der ehe­ma­lige Deichgräf Reinhard Hauschild noch aufgestellt hat­te, sah einen Abgabetermin für den Antrag auf einen Plan­fest­stel­lungs­be­schluss beim Regierungspräsidenten schon zum 1. Oktober, also in wenigen Tagen, vor.

Gleichzeitig wurde das Deichamt vom Erbentag beauftragt, die jetzt vorgelegten Kosten mit den letzten bekannten Zahlen (rund 60 Millionen Euro) zu vergleichen, die Abweichungen zu be­grün­den und Vorschläge zu entwickeln, wie die Ge­samt­kos­ten re­du­ziert werden könnten. Die formelle Abgabe der Ge­neh­mi­gungs­pla­nung an die Bezirksregierung solle „zeitnah“ er­fol­gen.

Der „Schritt zurück“, den der Erbentag jetzt vollzogen hat, wird die Durchführung der geplanten Maßnahmen nicht nur um Mo­na­te verzögern. Die bisher beteiligten Planungsbüros ha­ben un­mit­tel­bar vor der gestrigen Erbentagssitzung auf­trags­ge­mäß die vom Erbentag gewünschten Unterlagen be­reit­ge­stellt. Für einen An­trag auf Planfeststellung beim Re­gie­rungs­prä­si­den­ten wären sie vollständig, versicherten die Pla­ner. Ei­gent­lich pünktlich zum ur­sprüng­lich vorgesehenen Termin. Ihre Arbeit wäre damit formal vorerst beendet. Wenn der Er­ben­tag jetzt Umplanungen be­schlie­ßen sollte, um Kos­ten zu reduzieren, müssten sie noch einmal Nach­ar­bei­ten. Ob das von den kalkulierten Planungskosten ge­deckt ist, bleibt zu klären.



Die Kämmerin legte im Rat den Haushaltsentwurf 2018 vor:

„Strukturell nicht ausgeglichen“


Dormagen, 7. September 2017 – Kämmerin Tanja Gas­pers hat in der heutigen Sitzung des Stadtrates den Ent­wurf des städtischen Haushaltes für das kom­men­de Jahr vorgestellt. Ordentlichen Erträgen von 155,6 Mil­lio­nen Euro stehen Auf­wen­dun­gen von 158,3 Mil­lio­nen Eu­ro gegenüber. Das Haus­halts­jahr 2018 wird also nach jet­zi­gen Planungen mit einem Verlust in Höhe von 2,4 Millionen Euro schließen.

Das wird uns nicht aus der Bahn werfen, denn nach jetzigen Be­rech­nun­gen können 8,1 Millionen Euro allein dieses Jahr der Aus­gleichs­rück­la­ge zugeführt werden, denn die Ein­nah­men la­gen deut­lich über den Erwartungen. Gaspers: „Die Zu­füh­run­gen wer­den uns davor bewahren, wieder in die Haus­halts­si­che­rung zu­rück­zu­fal­len. Das wird nach gegenwärtigem Stand dazu führen, dass wir den Löwenanteil der Rücklage gleich wieder aufzehren werden.“

Es ist schon absurd: Die gestiegenen Gewerbesteuererträge der Stadt führten einerseits zu deutlich geringeren Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen des Landes. Auf der anderen Seite gebe es mas­siv stei­gen­de Aufwendungen – vor allem im Bereich der Kin­der­be­treu­ung, wo immer noch mehr getan werden müsse, um den Wünschen und Rechten der Eltern gerecht zu wer­den, be­grün­de­te die Kämmerin. „Ich kann nur dazu raten, den Haus­halt im Ganzen sorgsam im Auge zu behalten“ gab sie den Ratsmitgliedern mit auf den Weg in die Haus­halts­be­ra­tun­gen der Fraktionen, denn: „Das Budgetrecht liegt ganz klar bei Ihnen, dem Rat“ und ver­pass­te damit überzogenen Wün­schen der Politik von vorne herein eine Bremse.

Das Zahlenwerk sehe erhebliche Investitionen in die Zukunft der Stadt vor. 22,5 Millionen Euro sollen allein für die Aus­stat­tung der Schulen, den Straßenbau und die Feuerwehr aus­ge­ge­ben werden. Mehr ginge nicht. Man müsse sich im Ge­gen­teil eher fragen, wo im Gegenzug Mehraufwendungen be­schränkt werden könnten. Erträge aus Grundstücksverkäufen seien we­sent­li­cher Bestandteil der Haushaltsplanung. Die fielen aber in den Folgejahren weg. Dann wäre der Ausgleich trotz Rücklage nicht darstellbar.

Für die Bürger und das Gewerbe hatte Gaspers gute Nach­rich­ten im Gepäck: Weder die Gewerbesteuersätze noch die Grundsteuer für die Hausbesitzer soll steigen. Auch die Bei­trä­ge sollen stabil blei­ben. Im regionalen Vergleich befinde sich Dormagen damit auf attraktivem Niveau. Auch die Schlie­ßung von Einrichtungen ist nach Aussage der Kämmerin nicht vor­ge­se­hen. „Das wäre ein fal­sches Signal. Allerdings: Wie lan­ge wir uns das noch leisten kön­nen, wird auch von der Lan­des­po­li­tik abhängen.“ Noch ist das Ge­mein­de­fi­nan­zie­rungs­ge­setz 2018 des Landes nicht ver­ab­schie­det.

Nach dem Bereich Jugend, Schule, Soziales und Wohnen ist der Per­so­nal­aufwand mit 35,6 Millionen Euro der dickste Aus­ga­ben­brocken im Entwurf des Haushaltsplanes – mit 2,4 Mil­lio­nen Euro mehr, als im laufenden Haushaltsjahr. Be­sol­dungs­er­hö­hun­gen im Beamtenbereich seien bereits ein­kal­ku­liert. Bei den Angestellten rechnet die Kämmerin mit einem Pro­zent Ta­rif­er­höhungen. Die Steigerungen bei den Per­so­nal­kos­ten lie­gen aber nicht nur daran. Bei der Feuerwehr sollen vier An­wär­ter neu eingestellt werden und die Kin­der­ta­ges­stät­ten be­kä­men auch 130.000 Euro für weitere Mit­ar­bei­ter.

Um Grundstücke erwerben zu können (die später mit Gewinn verkauft werden sollen) plant Tanja Gaspers 8,7 Millionen Eu­ro ein. Baumaßnahmen für 3,8 Millionen Euro (meist Stra­ßen­bau) und der Erwerb von „beweglichem Vermögen“ in Höhe von 4,7 Millionen Euro sollen im Kern in die Bereiche Schule und Feu­er­wehr / Rettungsdienst fließen. Diese Investitionen will sie mit ei­ner Kreditermächtigung in Höhe von 8,2 Mil­lio­nen Euro fi­nan­zie­ren, um langfristiges Anlagevermögen auch langfristig zu fi­nan­zie­ren. So soll der Bereich der kurzfristigen Kas­sen­kre­di­te entlastet werden. Das Zinsänderungsrisiko wer­de so be­grenzt.

Wer sich im Detail über den Haushaltsentwurf informieren will, kann sich auf den Internet-Seiten der Stadt (www.stadt-dor­ma­gen.de) umsehen. Innerhalb der nächsten zwei Wo­chen wird auch das Onlinetool IKVS entsprechend mit Da­ten befüllt sein.

Der Deichverband Dormagen-Zons diskutierte die „Hinterläufigkeit“, aber:

„Wo ist das Deichamt?“



Dormagen, 12. August 2017 – „Wo ist das Deichamt?“ frag­te ein Erbentagsmitglied. Denn vier (von sieben) Stüh­len am Tisch des Deichamtes bei der letzten Sit­zung des Erbentages („Parlament“ des Deich­ver­ban­des) in der Zonser Feuerwache blieben leer. Deichgräf Joachim Fi­scher war das sichtlich „pein­lich“. Der neue Ge­schäfts­füh­rer Wilfried Schnitzler hatte schon lange vorher auf seinen Urlaub hingewiesen. Ebenso die Heim­rä­te Peter Fuchs und Hartmut Aschenbruck. Heim­rat Jan Pe­ters hat­te kurzfristig wegen eines be­ruf­li­chen Termins ab­ge­sagt. Zumindest der Erbentag war mit 13 von 14 Mit­glie­dern fast vollständig er­schie­nen. Immer ist das aber auch nicht der Fall.

Dabei stand Wichtiges zum Sachstand der Planungen auf der Ta­ges­ord­nung: der Leitdeich auf dem Grind. Der Leit­deich­kopf muss im Zuge der „großen Lösung“ saniert werden, aber auch der Rest des Leitdeiches? Eine Frage der Kosten und der Lan­des­zu­schüs­se. Welche Funktion der Leitdeich hat, soll Prof. Dr.-Ing. Holger Schütt­rumpf vom Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der RWTH Aachen in einem Gut­ach­ten klären.

Ungeklärt ist auch die Frage der „Hinterläufigkeit“. Wenn der Deich im Abschnitt Dormagen saniert ist, läuft dann bei dem größ­ten anzunehmenden Hochwasser von hinten, also aus dem Kölner Süden oder bei Uedesheim Wasser ins Ver­bands­ge­biet? Im Norden und im Süden sind die Deiche nämlich nicht so hoch, wie hier nach der Sanierung. Das würde die ge­plan­ten rund 60 Mil­lio­nen Euro teuren Baumaßnahmen zur Farce werden lassen, würde dem Schutzsinn der Bauwerke zu­wider laufen, würde für viele Dormagener trotzdem „nasse Füße“ bedeuten.

Professor Schüttrumpf soll deshalb in einem Strö­mungs­gut­ach­ten klären, welche Gebiete gefährdet sind. Dafür will er aber den gesamten Bereich zwischen Köln und Düsseldorf be­trach­ten, weil nur ein großräumiger Überblick sinnvoll sei. Die Aufträge für die Gutachten sind noch nicht vergeben. Nicht an­ge­spro­chen wurde die Frage, ob Köln, Düsseldorf und Neuss sich an den Kosten be­tei­li­gen könnten, denn das Er­geb­nis kann auch für diese Ver­bands­ge­biete wichtig sein.

Erbentagsmitglied Max-Josef Kallen: „Wir müssen wissen, was rechts und links passiert.“ Deichgräf Joachim Fischer dazu: „Wir bauen die Verteidigungslinie am Rhein!“ Daraus entstand die Fra­ge: Was ist wichtiger? Ein zügiger Plan­fest­stel­lungs­be­schluss der Be­zirks­re­gie­rung, der möglicherweise nicht voll­stän­dig ist, oder kann man auch später noch Nachbessern, ohne den Baubeginn und Zuschusshöhe zu beeinflussen? Franz Bauers, stell­ver­tre­ten­der Deichgräf, wies darauf hin, dass das Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren rund zwei Jahre dauern werde. Der Regierungspräsident je­den­falls messe dem Thema „Hinterläufigkeit“ wohl keine große Be­deu­tung zu, war weiter zu hören. Franz Bauers: „Soll aus der ‚großen Lösung’ eine ‚Super große Lösung’ werden? Das Baupaket muss komplett geschnürt werden!“ und Deichgräf Fischer er­gänz­te mit der Frage: „Machen wir ein Jahr Pause, oder machen wir weiter?“ Eine Probeabstimmung im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung soll­te die Meinung im Erbentag testen. Ergebnis un­be­kannt. End­gül­tig klären soll das der Erbentag am 4. September.

Beide Gutachten kosten nicht nur je rund 30.000 Euro, son­dern auch mindestens sechs Monate Zeit. Und die hat der Deich­ver­band eigentlich nicht. Bereits Ende September, also in wenigen Wochen, soll gemäß Zeit­plan der Antrag auf Plan­fest­stel­lung zur Genehmigung beim Re­gie­rungs­prä­si­den­ten ein­ge­reicht werden. Damit möglichst bald mit dem Bauen be­gon­nen werden kann. Eine Verzögerung, und damit auch die Frage der Höhe der Landeszuschüsse, will man sich ei­gent­lich nicht leisten. Er­ben­tags­mitg­lied Parmatat warnte: „Im jetzigen Zu­stand ist ein Deichbruch vorprogrammiert.“

Einvernehmlich verabschiedete der Erbentag eine Ergänzung der Satzung um neue Veranlagungsregeln für technische An­la­gen (Stra­ßen­la­ter­nen, Stromkästen usw.), die schon mit den nächsten Bescheiden Wirkung entfalten und die Einahmen des Verbandes verbessern soll.

Mit versöhnlichen Tönen verabschiedete Deichgräf Joachim Fi­scher (Foto oben re.) den nach nur zweieinviertel Jahren aus­ge­schie­den­en eh­ren­amt­li­chen Geschäftsführer des Deich­ver­bandes, Wilfried Schellen. Er sei „die gute Seele des Ver­ban­des“ gewesen. Der versprach, er wolle sein Wissen als Mensch, nicht als Amts­trä­ger, weiter dem Deichverband zur Verfügung stellen.

Ältere Berichte und Kommentare finden Sie im Archiv.

Twitter + Facebook


Navigation
Home
Über mich
Dormagen-News
- Archiv
Auto + Verkehr
Impressum/AGB
Verlinkt!
Foto-Datenbank
WESTPOOL
Klassische Fotografie
DJV DÜsseldorf
VDJ Hilfe
Auto-Redaktion
Unfall-Magazin
mein Computerfachmann
Newsletter
Da sich auf meinen Seiten nicht jeden Tag etwas Neues tut, ist es bestimmt hilfreich für Sie, wenn Sie sich mit einer E-Mail an die Adresse im Impressum melden. So sind Sie immer auf dem neuesten Stand mit einer Nachricht von mir in Ihr Postfach und Sie verpassen nichts.

Geld sparen bei
Strom und Gas

Energierverbraucher in Dor­magen könnten kräf­tig sparen, wenn sie sich nur den richtigen Ver­sor­ger aus­suchten. Der ört­liche Anbieter, die evd (Ener­gieversorgung Dor­magen GmbH), eine ge­mein­same Tochter der RheinEnergie Köln und der Stadt Dor­magen, ist da nicht un­be­dingt die erste Wahl. Un­sere lo­ka­len Politiker, die im Auf­sichtsrat des Un­ter­neh­mens sitzen, hö­ren das sicher nicht gerne, denn der Haushalt der Stadt pro­fitiert auch von den Ge­winnen der evd. Ein Wechsel zu einem ande­ren Anbieter ist im In­ter­net ganz einfach und vor allem mit keinem Qua­li­täts­ver­lust verbun­den, wenn man nicht un­be­dingt auf eine örtliche Ge­schäfts­stelle Wert legt. Nach einem neuen Ge­setz muss der Anbie­ter­wech­sel innerhalb von drei Wo­chen voll­zogen sein.

Das Vergleichsportal Veri­vox (www.verivox.de) listet allein für Strom bei einem Ver­brauch von 4000 kW/h im Jahr 295 mögliche Tarife auf, die in Dormagen ge­bucht wer­den können. Beim Grund­ver­sorgungstarif belegt die evd Platz 246, das günstigste Ange­bot des lokalen An­bie­ters steht auf Platz 203. Dabei sind weder Tarife mit Vor­auskasse, Kau­tion oder Bo­nus be­rück­sich­tigt. Es gibt also mindestens 202 Tarife anderer Lie­fe­ran­ten, die zum Teil deutlich preiswer­ter sind. So lassen sich im günstigsten Fall knapp 225 Euro im Jahr sparen.

Bei Gas sieht die Situation ähnlich aus: Bei einem Ver­brauch von 20.000 kW/h im Jahr werden 172 Tarife für Dormagen-Mitte aufgelistet. Der Tarif „evd Erdgas on­line“ steht auf Platz 130, der Tarif „evd Erdgas komplett“ auf Platz 136, der Tarif „evd Erdgas klassik“ sogar auf Platz 161 nahe am teuren Ende. Einsparungen von rund 430 Euro im Jahr sind drin, wenn Sie sich den richtigen Anbieter aussu­chen. Auch hier sind weder Tarife mit Kaution, Voraus­kasse oder Bonus berück­sichtigt. (Alle Angaben mit Stand vom 24. Januar 2015)


Home
Über mich
Dormagen-News Archiv
Auto + Verkehr
Impressum/AGB